Ablauf von Aufstellungen

P1060838Ablauf von Aufstellungen

Die genannten Aufstellungsformate finden häufig in einer Gruppe aus zufällig zusammengekommenen Personen statt. Eine Person aus der Gruppe, die ein Problem oder Symptom  bearbeiten möchte oder etwas über sich erfahren möchte, meldet sich als „Aufsteller“. Der Aufstellungsleiter stellt nun zunächst Fragen zur Problematik selbst, zur Vorgeschichte des Ratsuchenden und zu einschneidenden Geschehnissen in der Familie.

Anschließend wählt der Aufsteller aus der Gruppe „Stellvertreter“ für sich sowie die an der Thematik beteiligten Personen aus.  Auch Symptome, Verhaltensweisen, Emotionen oder Blockaden können durch „Stellvertreter“ dargestellt werden.  Er stellt diese nun so im Raum auf, dass sie für ihn in der „richtigen Beziehung“ zueinander stehen. Dabei können die Stellvertreter zum Beispiel näher oder weiter voneinander entfernt stehen, sie können sich einander zuwenden, seitlich oder mit dem Rücken zueinander stehen.
Die Stellvertreter berichten anschließend, wie es ihnen in der zugewiesenen Haltung geht. Die Muster, die dabei aufgedeckt werden, ähneln oft auf überraschende Weise den Beziehungen zwischen den realen Personen.
Diese Abbildung der inneren Bilder in ein äußeres Erleben stellt den ersten Schritt in einer Aufstellung dar.
Im weiteren Verlauf der Aufstellung agieren die Stellvertreter aus ihren eigenen inneren Impulsen heraus. D.h. sie verändern ihre Position, teilen ihre Emotionen, Gedanken und Körperwahrnehmungen mit oder gehen in den Dialog mit anderen im Aufstellungsfeld befindenden Personen.  Der Aufstellungsleiter begleitet diesen Prozess durch gezielte Fragestellungen an die Stellvertreter.
Das innere (erste) Bild des Ratsuchenden verändert sich nun und es kann bei ihm in diesem zweiten Schritt zu einer neuen Sichtweise und/oder  Neubewertung der Situation kommen.
In einem dritten Schritt kann ein Lösungsbild entstehen bei dem jeder Stellvertreter einen Platz einnimmt, an dem er sich gut fühlt. Spätestens an diesem Punkt wird der Ratsuchende gegen seinen eigenen Stellvertreter ausgetauscht, so dass er sich in dieses „neue Bild“  selbst einfühlen kann.